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Wochenrückblick KW15 – Workshop und Camping

Die KW 15, 2017 kurz vor Ostern war ein typischer Arbeitsurlaub. Mein Auftraggeber, die StudyHelp GmbH, hat mich an den Bodensee nach Wangen im Allgäu beordert, um dort einen 3-tägigen Mathematik Intensivkurs für Abiturienten zu halten. Themen waren Analysis (Kurvendiskussion), lineare Algebra (Vektorrechnung) und Stochastik (Wahrscheinlichkeitsrechnung). Einige dieser Themen habe ich das letzte Mal vor 12 Jahren im Studium behandelt, von daher war es auch für mich eine tolle Art und Weise, den Schulstoff nochmal zu wiederholen und das zudem noch in einer traumhaften Region Deutschlands.

Die mir zur Verfügung gestellten Unterlagen waren sehr gut gestaltet, weshalb das Halten des Workshops aus dieser Sicht her sehr flüssig lief. Die anschließende Erholung im wunderschönen Naturschutzgebiet um Wangen herum, rundete diese kurze Arbeitswoche perfekt ab.

Workshop – Mathe Abi-Vorbereitungskurs

So schön sauber sah es am Abend des ersten Tages nicht mehr aus – Dafür hatte ich im JuFa Sporthotel ideale Voraussetzungen zum Unterrichten

Nach über 20 Jahren Erfahrung als Nachhilfelehrer war es für mich zwar neu, vor einer so großen Gruppe (30 Teilnehmer) einen so intensiven Workshop zu halten (3 x 9h), dennoch lagen die Herausforderung nicht in der Vermittlung der mathematischen Zusammenhänge. Die Herausforderungen, die mir noch abends Kopfzerbrechen und Bauchschmerzen bereiteten, waren die Themen Sauberkeit, Ordnung und Ruhe.

Führung einer Gruppe 20jähriger
Zu Beginn des ersten Tages hatte ich mehrmals darauf hingewiesen, dass wir in einem hochwertigen Sporthotel untergrebracht sind, in dem Profisportler und Vereine, aber auch andere Hochschulen viel Geld bezahlen, um hier unterrichten zu können. Die Ansprache half leider nichts. Am Ende des ersten Workshop-Tages sah der Seminarraum aus, als hätte eine Horde Kleinkinder dort ihr Unwesen getrieben. Überall lagen Müllreste herum, McDonalds Tüten, Kartons, Verpackungen usw.

Am zweiten Tag wählte ich eine andere Ansprache. Unter Androhung der Weiterleitung von zusätzlichen Reinigungskosten sah es am Ende des zweiten und dritten Tages aus wie geleckt… Man könnte meinen, dass die Putzfrauen bereits durchgegangen sind, so sauber war es.

Mitteilungsdrang
All meine Versuche für Ruhe zu sorgen halfen leider nichts. Selbst am dritten Tag noch hatte ich nicht die richtigen Worte gefunden, damit es wenigstens mal 5 Minuten am Stück dauerhaft ruhig ist. Ständig wurde zwischendrinn getuschelt, geredet, es war ein permanentes Hintergrundgeräusch zu hören, weshalb ich immer wieder den Unterricht unterbrechen musste und Ansprachen gehalten habe. Ich fragte mich, wie wohl Lehrer dies machen, ob es dort in der Schule genau so ist… Das kann man doch nicht aushalten…?

Draußen im Foyer bin ich auf eine Gruppe von Menschen der pädagogischen Hochschule Waldbronn gestoßen, die in diesem Hotel ebenfalls eine Tagung hatten. Thema war dort u.a.: „Psychische Belastungen im Unterricht“. Wunderte mich gar nicht…

Mir ist noch heute nicht ganz klar, woran es gelegen hat, dass ich den Raum nicht ruhig gekriegt hatte. Selbst eine Androhung des Ausschlusses von einzelnen Teilnehmern bewirkte fast nichts. Ich sehe mehrere Gründe

  1. Meine mangelde Führungserfahrung mit größeren, inhomogenen Gruppen von Teenagern, evt. hätte ich härter durchgreifen müssen
  2. Fehlende Erziehung der Eltern und Lehrer in Bezug auf Regeln und Verhaltensweisen innerhalb einer Gruppe
  3. Permanenter Mitteilungsdrang der Teenager, evt. hervorgerufen durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten und das mangelnde Selbstwertgefühl

Punkt 1 kann ich bei mir ändern, Punkt 2 würde ich gerne bei Eltern und Lehrern ändern, bei Punkt 3 bin ich wohl machtlos.

Erholung in der Natur

Morgen-Spaziergang am See

Um mich von den Strapazen des ständigen Geräuschepegels erholen zu können, nutzte ich die Natur so gut es geht. Mit meinem improvisiertem Wohnmobil bin ich von See zu See gefahren, habe jeden Sonennuntergang und Sonennaufgang genossen, das Wasser aus Quellen getrunken, im Naturschutzgebiet mit den Vögeln um die Wette gesungen und den Tag mit ein paar Bahnen in einem der nahegelegenen Schwimmbäder ausklingen lassen.

Es war so wunderbar, um 5 Uhr morgens mit dem Gezwitscher der Vögel aufzuwachen, Wasser zum Waschen aus dem Fluß zu schöpfen, die Orangen für das Frühstück auszupressen und dann mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages eine Runde um den See zu wandern. Natur, Ruhe und Erholung pur.

Impressionen

Frühstück im Sonnenaufgang – Vorbereitetes Müsli mit frisch gepresstem Orangensaft – Lecker! :-)

 

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