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Wachstum nach dem Apfelprinzip

Die kursiv hinterlegten Texte können auch überflogen werden, es sind Ausschnitte aus meinem eigenen Leben und für das Verständnis des Prinzips „Wachstum nach dem Apfelprinzip“ nicht wichtig.

Hintergrund
Schon als kleiner Junge habe ich mir hohe Ziele gesetzt. Oder waren es meine Eltern? Spielt ja auch keine Rolle, auf jeden Fall wollte ich etwas großartiges erreichen. Einen tollen Job haben, eine Familie gründen, eine angesehene Führungskraft werden, oder vielleicht Arzt… irgendwie sowas in der Richtung.

Als ich dann älter wurde und ein Talent für mathematische Zusammenhänge entwickelte, wurde schnell klar: Du wirst Ingenieur und machst Karriere, wirst irgendwann als Manager viel Kohle scheffeln und dir ein großes Haus im grünen für deine Familie kaufen. Ja, so sollte es damals sein.

In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich geglaubt, in der Schule und im Studium gut sein zu müssen, um beruflich erfolgreich zu werden. Ein Trugschluss, in mehrfacher hinsicht. Warum? Das beschreibe ich in einem anderen Artikel(1). Auf jeden Fall wollte ich zu den Erfolgreichen, Berühmten und Schönen dieses Landes gehören und ich war bereit, mir dafür den Arsch aufzureißen.

Ziele erreichen
Um meine Ziele zu erreichen, musste ich innerlich wachsen und viel lernen. Denn ich komme aus einer Arbeiterfamilie (Eltern beide Hauptschulabschluss mit anschließender Ausbildung) und wusste nicht ansatzweise, wie ich da hinkommen könnte, wo ich hin wollte. Also hieß es „Lernen, lernen, lernen“. Leider wusste ich damals weder, was genau ich lernen musste, um erfolgreich zu sein, noch hatte ich je etwas von Wachstum nach dem Apfelprinzip gehört.

Mittlerweile weiß ich, was man können und lernen und vor allem, wie man denken muss, um erfolgreich zu sein. Mehr dazu siehe unten(2). Aber wie genau lernt und wächst man am besten?

Wachstum während der Schul / Studiumszeit 

Als Schüler und Student gab es klare Ziele: Gute Noten. Um dieses Ziel zu erreichen, musste man oft nichts anderes tun, als den Schulstoff zu können und dem Lehrer etwas nach dem Mund reden. Letzteres erweist sich im übrigen in der Praxis als wesentlich wertvoller, als ersteres ;-)

Also lernte ich stundenlang, jeden Tag. Mein Studium absolvierte ich als Fernstudium, neben der Ausbildung, bzw. neben der Arbeit. Nach dem Frühstück bin ich zur Arbeit. Ich kam von der Arbeit nach Hause, habe wieder gegessen, dann 2-3 Stunden gelernt, Sport gemacht, vielleicht noch mit der Freundin telefoniert und bin dann schlafen gegangen. So waren im übrigen auch meine Prioritäten:

Zur Entspannung hab ich Ausdauersport gemacht – Hier bin ich beim Herscheid Triathlon
  1. Essen
  2. Arbeiten
  3. Essen
  4. Studieren / Lernen
  5. Sport
  6. Freundin, Familie, Freunde
  7. Schlafen

Am „Wochenende“ habe ich meist 5-8 Stunden pro Tag gelernt, Sport gemacht, mich evt. mit der Freundin getroffen. Urlaub gab es natürlich nicht. Die 6 Wochen Arbeitsurlaub im Jahr habe ich meist zum Lernen, bzw. Vorarbeiten genutzt. In 5 Jahren hatte ich fast keinen Urlaub. Wenn ich Arbeiten und Studieren zusammen nehme, und die Nachhilfe hinzu rechne, die ich gegeben habe, hatte ich während der gesamten 5 Jahre nach dem Abi eine 60-65h Woche mit vielleicht 1-2 echten Wochen Urlaub im Jahr zum Abschalten.

Das ganze hat sich natürlich gelohnt. Mit 24 Jahren hatte ich bereits ein 1er Abi, eine abgeschlossene Berufsausbildung, 2,5 Jahre Berufserfahrung in der Industrie (Vollzeit! 37h / Woche!) und ein mit Auszeichnung abgeschlossenes Studium in der Tasche.
Zudem habe ich an mehreren, sportlichen Wettkämpfen erfolgreich teil genommen (Landesmeister Hapkido in der Partnerform, Höhenmarathon mit über 1000HM in 4:15h geschafft, mehrere Triathlons beendet, darunter ein 2. Platz in meiner Altersklasse)

Ich kann also von mir behaupten, dass ich weiß, wie man Ziele erreicht ;-)

Mit kleinen Schritten größer werden

Ziele sind wichtig, bzw. eine Richtung zu haben kann sehr hilfreich sein. Das war es aber auch schon. Dieser momentane Trend der Erfolgsliteratur und Selbsthilfebücher hin zu diesem ganzen Wunschdenken, täglich Affirmationen aufsagen, seine Ziele bildhaft vorstellen und ähnliche Verfahren halte ich für gefährlich.

Diese Art zu denken schafft eine Spannung. Eine Lücke zwischen Erwartung und Realität. Man fokussiert sich dabei auf ein Ziel, welches weit weg liegt. Da das Ziel noch nicht erreicht ist, gibt es eine mentale Spannung, die auch körperliche Spannungen (Verspannung, Anspannung, psychosomatische Beschwerden) hervorrufen kann. Dies ist mir im Jahr 2012 passiert, nach der Lektüre eines „Motivationsbuches“. Die Folgen davon waren neben einer gesteigerten Motivation und Entscheidungsfreudigkeit auch extreme Anspannung, Stress und Ängste. 

Wie wächst man denn nun am besten?

Ich schlage vor, zuerst die grobe Richtung festzulegen und sich danach nur auf den nächsten, kleinen Schritt zu konzentrieren. So habe ich es während des Studiums nur gemacht. Die Richtung war klar, der nächste kleinere Schritt war eine Aufgabe, eine Übung oder ein Thema, welches ich bearbeiten wollte.

Sollte man zwischendurch merken, dass die Richtung falsch ist, dann kann man diese korrigieren. Dies ist allemal besser, als sich vorab stundenlang über die Richtung gedanken zu machen, aber keinen Schritt dabei zu gehen.

Will Smith hat es mal so ausgedrückt: „Wenn Du eine Mauer bauen willst, dann denkst Du nicht daran, wie toll, groß und schön deine Mauer aussehen wird… Sondern Du legst einen Stein auf den anderen, so perfekt wie möglich und das tust du jeden Tag, Tag für Tag und bald wirst Du eine Mauer haben“

Es gibt ein Spiel aus meiner Kindheit, in dem es sehr deutlich wird. In dem Spiel Siedler 3 muss man wirtschaften, Militär aufbauen und sein Imperium vergrößern, also wachsen. Zum Wachsen gibt es sogenannte Pioniere, die an den Rand des Imperiums die Grenzen vergrößern können.

Man schickt also seine Pioniere dorthin, wo man sein Imperium gerne vergrößern möchte. Wenn die Pioniere dort angekommen sind, vergrößern sie Stück für Stück das Reich. Als Herrscher legt man nur den Fokus fest, Wachstum passiert dann von ganz alleine… Wie im richtigen Leben.

Man könnte das auch mit dem Prinzip der Anziehung, bzw. der Aufmerksamkeit beschreiben.

Energy flows, where attention goes

Wachstum nach dem Apfelprinzip

Quelle: [1]
Stellen wir uns mal vor, der Mensch mit seiner Persönlichkeit wäre ein Apfel. Ein Apfel besteht aus

  1. Kerngehäuse mit den Kernen
  2. Fruchtfleisch
  3. Äußere Schale

Die Kerne stellen sein innerstes Wesen da, beim Menschen also das, was uns aus tiefstem Herzen lenkt. Es sind Einstellungen, Werte, Glaubenssätze.
Das Fruchtfleisch ist alles, was uns ausmacht. Unsere Erfahrungen, unser Wissen, unsere Fähigkeiten und Talente, Stärken, Finanzen, Werkzeuge, unser Hab und Gut etc.
Die Schale symbolisiert unser äußeres Erscheinungsbild, aber auch unsere inneren Grenzen. Innerhalb der Schale liegt unser Komfortbereich. Die Schale schützt das Innere.

Außerhalb der Schale liegt alles, was auch außerhalb von uns selbst ist. Es sind die Beziehungen zu Familie und Freunden, aber auch unsere Ziele, Wünsche, Träume, Visionen.

Damit der Apfel wachsen kann, um seine Ziele zu erreichen, muss er sowohl innerlich wachsen (z.B. Fähigkeiten) aber auch die Schale muss größer werden (Komfortzone).

Inneres Wachstum
Im Grunde ist es egal, wo man ansetzt, denn innen kann man überall wachsen, es lohnt sich immer. Man kann an den eigenen Werten und Glaubenssätzen arbeiten, an den Fähigkeiten und Talenten oder an den Werkzeugen ansetzen. Inneres Wachstum ist immer förderlich!

Äußeres Wachstum muss sich an der Richtung orientieren!
Wer nach außen hin in eine bestimmte Richtung wachsen möchte, also z.B. ein bestimmtes Ziel erreichen will, der muss sich überlegen, was der nächst, kleinere Schritt hin zu diesem Ziel ist und sich ausschließlich auf diesen Schritt konzentrieren. Genau an diesem Punkt muss der Mensch ein ganz kleines Stückchen seine Komfortzone verlassen. Wer vor diesem Schritt Angst hat, der wählt einen kleineren Schritt. So klein, dass der Schritt keine Angst mehr macht, aber dennoch außerhalb der Komfortzone liegt. So bereiten Wachstum und Entwicklung große Freude :-)

Bei mir sieht das Beispielsweise so aus: Ich möchte eine Schule für Kampfkunst gründen. Der nächst kleinere Schritt ist es, ein paar Leuten davon zu erzählen. Mehr nicht. Erstmal Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Der nächste Schritt könnte sein, einen einzigen Menschen als Schüler aufzunehmen. Wenn ein Mensch bereit ist, mein Schüler zu sein, wird es auch ein zweiter und ein dritter… irgendwann hat man genug zusammen, um evt. eine Schule zu gründen. Aber das ist alles nicht wichtig, es zählt nur der momentan nächste Schritt!

Sich auf diesen kleinen, nächsten Schritt einzulassen, kann sich eingeengt anfühlen. Schnell verliert man das große Ganze aus dem Blick. Die Richtung sollte stets klar sein! Auch die Motive dahinter. Aber danach zählt nur der nächste Schritt und diesen Schritt so gut wie möglich zu tun. Qualität vor Quantität. Perfektion im kleinen schafft Perfektion im großen Ganzen.

Weitere Informationen

  1. Artikel zum Thema, warum Studieren oft überflüssig ist
  2. Was muss man können und wie muss man denken, um erfolgreich zu werden?
    Hier ein Beispiel für hilfreiche Glaubenssätze und Werte
    Alles zum Thema Persönlichkeitsentwicklung

Mein Angebot zur Unterstützung Deines, persönlichen Wachstums: Flow Coaching

Quellen:
[1] https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c9/Malus_domestica_-_K%C3%B6hler%E2%80%93s_Medizinal-Pflanzen-108.jpg

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